• Die Story von Ehinger Kraftrad

    Ehinger Kraftrad wurde 2008 von Uwe Ehinger und Katrin Oeding gegründet.

    'Kraftrad' – weil 'Motorrad' meist Massenware bedeutet und Ehinger ganz bewusst in kleinen, limitierten Mengen entwickelt und produzieren lässt. Mit dem Anspruch einer Manufaktur: technische Perfektion, unternehmerische Zuverlässigkeit und Treue, Fleiß, Disziplin und gestalterischer Mut.

    Uwe Ehinger hat jahrzehntelange Erfahrung als Renn- und Sportmaschinen-Fahrer, als weltreisender Händler mit seltenen Maschinen und Teilen und nicht zuletzt als Schrauber und Entwickler.

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    Katrin Oeding ist hochdekorierte Designerin und zuständig für das Erscheinungsbild von Ehinger Kraftrad in jeder Hinsicht. Also nicht nur optisch, auch unternehmerisch.

    Ehinger Kraftrad entwirft Designkonzepte für Maschinen mit perfekten, zum Teil einzigartigen und technisch neuartigen Lösungen, die mit Präzision, höchster Qualität und reduziertem Design realisiert werden. In familiärer Zusammenarbeit mit ausgewählten Partnern.

    Bei einem Ehinger Kraftrad fährt immer ein Stück Motorradgeschichte mit.

  • 1987. HRD Vincent von 1946.

    HRD Vincent – ein Name, der Motorradfreunde elektrisiert wie ein Zündaussetzer auf der Autobahn. Und jeden Sammler nervös an seinen Kontostand denken lässt. Diese Vincent hier stand bei Anselmo und es war nicht die einzige, die ich in die Finger bekam. Sogar eine fortlaufende Reihe war mal dabei.

    Viele dieser Kisten, speziell das 46/47er Modell waren bei der argentinischen Polizei im Einsatz. Kein Wunder: die HRD Vincent war das schnellste Straßenmotorrad der 40er Jahre. Gesetzeshüter mit 200 km Spitze: Ein Alptraum für jeden Ganoven. Da musste man sich sein Fluchtfahrzeug schon genau aussuchen.

    Technischer Leckerbissen bei der Vincent: der selbsttragende Motor. Heute eine Selbstverständlichkeit. Aber die Vincent hat noch einen im Rohr, sozusagen: Das Öl befindet sich im Rahmen. Öltank überflüssig, Kühlung maximal.

    Weitere Feinheit: zwei Zündkerzen, die in den argentinischen Bergen notwendig waren. Bei einer Fahrt auf mehr als 2.500m wurde der Motor schon mal sauer aufgrund des Sauerstoffmangels. Der Fahrer konnte dann einfach von der ersten auf die zweite Zündkerze umstecken und fuhr weiter. 

    Um wieder auf Anselmo zu kommen: er hatte eine sehr eigene Vorstellung von Geld und dem Wert seines Motorrades. Er zeigte auf den einzigen ihm bekannten Dollarschein und sagte, davon hätte er gern sieben. Das war machbar, denn der tote Präsident auf dem Schein war Alexander Hamilton und zierte die Amerikanische 10 Dollar-Note. 

    Wer mal diese Legende (die Vincent, nicht den Zehn Dollar-Schein) erleben will: beim Hamburger Stadtpark Revival ist meist eine am Start. Ein erhabener Anblick.

  • 1987. Moto Guzzi von 1955.

    Keinen Schimmer mehr, wegen welcher Kiste wir eigentlich da waren, aber was wir sahen, als uns an diesem strahlend blauen Sommertag 1987 dieser sonnengegerbte Bürger der Stadt Mendossa, Argentinien, seinen Hinterhof zeigt, das liess unsere Kaufpläne ganz durchschnittlich erscheinen: 

    Da blitzte uns aus einem erdfarbenen Haufen etwas entgegen, das selbst liegend noch schnell aussah. Wir kaufen geradezu geistesabwesend das Bike, wegen dem wir gekommen waren, und nahmen für 100 $ den 'Schrott' noch mit. Ein Wort, das uns schwer über die Lippen ging, beim Anblick dieser Moto Guzzi Giulio Cesare Carcano 500 V8.

    Sie wurde bereits vor dem Krieg konstruiert und dann 1955 gebaut. 

    Es dauert nicht lange und wir bekommen für dieses Motorradweltkulturerbe ein Angebot, das wir einfach nicht ablehnen können. Zu reizvoll ist das Finden, nicht das Besitzen. Und da draussen stand noch viel 'Schrott' rum 

  • 1988. Norton OHC von 1949.

    Norton OHC international 500, Top restauriert, VHB 600$. So lautet die Kleinanzeige in der Tageszeitung von Mendossa, Argentinien. Kurzer Anruf und schnell hin. Als der Sammler die Garagentür öffnet, funkeln die Augen meines Partners mit dem hochgezogenen Motorblock um die Wette, majestätisch grüßt die Königswelle.

    Und tatsächlich die Maschine, Baujahr 49 ist komplett überholt. Zum Heulen. Hätte man nicht versucht, den Originalzustand mit gebogenen Konservendosenblechen wiederherzustellen, sondern der Maschine ihre ehrwürdige Patina gelassen, wäre sie das Doppelte Wert. Aber auch so finden wir schnell einen neuen Besitzer, der das Teil zu schätzen weiss und uns einen erfreulichen Gewinn ermöglicht. Für neue Schätzchen aus südamerikanischen Garagen und Hinterhöfen.

    Ach ja, die OHC ist ein direkter Verwandter der Norton Manx - der schnellsten Rennmaschine ihrer Zeit. Und damit auch ein rechtes Geschoss. Wer mal eine sieht: Foto machen. Werden sehr selten ausgeritten.