HRD Vincent – eins der wertvollsten Bikes überhaupt. Diesen 46er Jahrgang finde ich beim Argentinier Anselmo. In seinem Gebiet hat er alles aufgekauft, was zwei Räder und einen Motor hat.
Die meisten davon fährt die argentinische Polizei. In früherer Zeit sogar die Brough Superior – wie Lawrence von Arabien, der 6 Stück davon besaß, bis er sich auf einer zu Tode gefahren hat.
Die HRD Vincent ist das schnellste Straßenmotorrad der 40er Jahre. Mit über 200 Spitze und einem selbst tragenden Motor. So werden ganz moderne Bikes auch wieder konstruiert. Besonders raffiniert: Das Öl befindet sich im Rahmen. Öltank überflüssig. Man sieht das gute Stück heute noch häufig bei den Rennen im Hamburger Stadtpark.
Norton OHC international 500, Top restauriert, VHB 600$. So lautet die Kleinanzeige in der Tageszeitung von Mendossa, Argentinien. Als der Sammler die Garagentür öffnet, funkelt der hochgezogene Motorblock mit den Augen meines Partners um die Wette. Er weiß: hier thront eine Königswelle.
Die Maschine, Baujahr 49 ist komplett überholt. Leider. Hätte man nicht versucht, den Originalzustand mit gebogenen Konservendosenblechen wiederherzustellen, sondern der Maschine ihre ehrwürdige Patina gelassen, wäre sie das Doppelte Wert. So haben wir „nur" 6000$ aus den 600$ gemacht.
Die OHC ist ein direkter Verwandter der Norton Manx - der schnellsten Rennmaschine ihrer Zeit.
Jeden Tag steht ein neuer Dummer auf. An einem strahlend blauen Sommertag 1987 ist es ein Bürger der Stadt Mendossa, Argentinien. Sein Gesicht hat mehr Falten, als der Motorblock der Giulio Cesare Carcano 500 V8 Kühlrippen.
Die Maschine blitzt aus einem erdfarbenen Haufen auf seinem Hof. Selbst liegend sieht sie noch schnell aus. Sie wurde bereits vor dem Krieg konstruiert und dann 1955 gebaut.
Eigentlich sind wir wegen eines anderen Bikes da. Eigentlich. Aber für 100$ nehme ich "den Schrott" auch noch mit. Um ihn gleich für Tausende $ weiter zu verkaufen. Eine Performance, von der jeder Hedgefondmanager träumt - die ich aber auch nie wieder erreicht habe.
Das bin ich vor meinem Heim in L.A. Mit meiner 65er Panhead. Auf dem Bike habe ich mich mehr zu Hause gefühlt, als irgendwo sonst auf der Welt. Es ist die letzte in Familienbetrieb gebaute Harley Davidson.
Etwas gewöhnungsbedürftig ist die Kombination aus Panhead und Elektrostarter mit Primärdeckel aus einem Guss. Ist nicht unbedingt praktisch, wenn man jedes Mal den Deckel abmontieren muss, um die Kupplung einzustellen. Aber gerade dass macht diese Maschine besonders. Das gibt es nur bei dieser einen Harley.
Den Zustand vom Foto hat sie nicht lange behalten. Ich hab sie nach und nach aufgefiedelt – natürlich nur mit Originalteilen. Bis sie richtig schick war.
Selbst im chilenischen Ferienparadies Viña del Mar kann es manchmal ganz schön ungemütlich werden. Etwa bei einem der heftigsten Erdbeben jener Zeit. Als unser Hotel mitten in der Nacht zu tanzen beginnt, kann ich meinen Partner Alejandro gerade noch davon abhalten, vom Balkon im dritten Stock zu springen.
Derartige Naturkapriolen hindern mich jedoch nicht, einem Tipp zu folgen. Glücklicherweise war dem Verkäufer und seinen Schmuckstücken nichts passiert: Eine Indian Chief Militärmaschine aus den frühen Vierzigern und eine Rudge aus späten Zwanziger Jahren.
Rudge-Whitworth war Ende der Zwanziger eine Referenz im Motorsport. Noch heute werden die Maschinen aus Coventry von Steilwandartisten genutzt – wegen Ihrer stoischen Laufruhe.
1983 meldet sich jemand auf eine Klein-anzeige, wie ich sie in verschiedenen Zeitungen Chiles schalte: „Armer Student sucht altes, kaputtes Motorrad zum Instandsetzen. Je älter und kaputter, desto besser.”
Das Fundstück ist eine 46er Harley Flathead UL. Starrrahmen, 1200 ccm Seitenventiler-Motor mit Stahlgussköpfen. Als Edel-Variante mit Chromausstattung.
Ich hab ihr erst mal einen satten 1400 ccm ULH gegönnt. Neben der größeren Bohrung ersetzen beim ULH-Motor Aluminiumköpfe die Stahlgussköpfe der UL- oder UL-Version. Das H steht für High Compression, wobei sich darüber sicher streiten lässt: 5,5:1 statt 5:1.
Die Harley kam mit nach Hamburg. Für das Beste, was man mit ihr machen kann: fahren.
Uwe fand die HRD Vincent, eine der seltensten Motorräder der Welt, 1985 in Argentinien. Es wurden nur ca. 500 Motorräder im Jahr gebaut und gerade dieses Modell von 1946/1947 wurde in Argentinien als Polizeimotorrad eingesetzt. more...
Diese ehemaligen Polizeimaschinen aus Südkorea waren im besserem Zustand als andere Polizeimaschinen, die lange herum-standen haben oder von Privatleuten benutzt wurden. Die rote Early Shovel wurde für Uwe zur Alltagsmaschine.
Drei ausgesuchte Motorräder aus einer größeren Lieferung aus Chile, die Uwe sich nach Hamburg geschickt hat, um sie selbst zu restaurieren. Bei den vielen Motor-rädern hat er sich am meisten für die besonderen und ausgefallenen inter-essiert. In diesem Fall handelt es sich um eine 1952er Panhead, selten da der 52er Nockenwellen-Deckel in der Form nur in diesem Jahr verbaut wurde. Darüber hinaus die 1946er ULH Flathead mit den original Aluminium-Zylinderköpfen und eine 1946er FL Knucklehead, von denen nur relativ wenige in dem Jahr gebaut wurden.
Dieses war ein Lieferfahrzeug mit Beiwagen einer deutschen Apotheke in Santiago de Chile.
Uwe Ehinger lebt seit vielen Jahrzehnten für Motorräder. Die Passion für antike Renn- und Sportmotorräder machte ihn vor Jahren zum Rennfahrer. Ehinger ging auf eine 14 jährige Reise um die Welt. Dabei sammelte und handelte er in Amerika, Asien und Europa mit antiken Renn- und Sport-Motorrädern und Motorradteilen. Seit dieser Zeit entwickelte er Designkonzepte und realisierte diese gemeinsam mit Partnern. Am Ende seiner Reise ließ sich Uwe Ehinger in Hamburg nieder und konzipierte mit seinen Erfahrungen zusammen mit Design-Koryphäe Katrin Oeding das Konzept von Ehinger Kraftrad.
Kraftrad ist die traditionelle, deutsche Bezeichnung für Motorräder.
Ehinger Kraftrad ist ein seit dem Jahr 2008 operierendes Unternehmen, das Motorräder und Motorradteile konzipiert und konstruiert sowie mit den Qualitäts-maßstäben einer deutschen Manufaktur in limitierter Auflage fertigen lässt.
Ehinger Kraftrad entwirft Designkonzepte für Motorräder mit perfekten, einzig-artigen technischen Lösungen, die mit Präzision, höchster Qualität und reduziertem Design realisiert werden. Mit dem Anspruch einer deutschen Manufaktur zu arbeiten, bedeutet neben der technischen Perfektion auch deutschen Tugenden und Werte wie Zuverlässigkeit, Treue, Fleiß, Disziplin und Mut im Unternehmen zu leben.
Die Familie Ehinger ist eine traditionsreiche, deutsche Familie mit fast 900 jähriger Geschichte. Das neu inszenierte Familienwappen ist deutsche Tradition in der Moderne - dem Image von Ehinger Kraftrad.